„In conversation: do you listen or wait to talk?“

„I have to admit, that I wait to talk, but I´m trying hard to listen.“ Das antwortet John Travolta auf die Frage von Uma Thurman in Pulp Fiction.

Wie schaut es bei euch tendenziell aus? Hört ihr in Gesprächen wirklich zu, um den anderen zu verstehen? Oder wartet ihr, bis ihr (endlich) mit Reden dran seid?

Gespräche, in denen das Gegenüber nicht wirklich zuhört, sondern nur darauf wartet, seine Meinung zu platzieren, seine Geschichte zu erzählen oder einen Ratschlag zu geben, kennen wir alle. Meistens vergessen wir sie schnell, weil sie inhaltlich unerheblich sind und zwischenmenschlich eher frustrierend oder nervig. Und wenn wir genau aufpassen, erwischen wir uns selbst dabei, wie auch wir, manchmal oder oft, innerlich sofort eine Meinung oder Antwort formulieren, bevor wir genau verstanden haben, was unser Gesprächspartner sagt.

Warum halten wir uns davon ab, das herauszufinden? Ich-Bezogenheit? Fehlendes Interesse? Zu viel Ablenkung und Lärm im Kopf? Zu kompliziert? Keine Zeit dafür? Sehnsucht nach Klarheit und einfachen Antworten? Gründe gibt es viele…wer Interesse hat das für sich herauszufinden, kann zukünftig in Gesprächen mal darauf achten.
shutup
Die Zuhören-um-zu-verstehen-Haltung
Wer diese Haltung kultiviert, verbessert nicht nur die Gesprächsqualität, sondern entwickelt noch weitere persönliche Seiten, die im (Arbeits-)Leben sehr hilfreich sind. Meine Top 3: Neugier, Präsenz, Resonanz.

Neugier
Die Gelegenheit, hinterher schlauer zu sein als vorher – im Gegensatz zum Verlangen vorher schlauer zu sein als hinterher.

Wer neugierig ist…
…gibt sich nicht mit der ersten schnellen Antwort zufrieden, sondern schaut nach dem, was nicht sofort sichtbar ist und schafft so Alternativen.
…dem fällt es leichter sich an ständig verändernde Situationen anzupassen, wie sie uns im Leben ständig begegnen.
…möchte Dinge verstehen und entwickelt dadurch Motivation und Durchhaltevermögen.
…steckt Menschen seltener in Schubladen und entdeckt so häufiger das Potenzial im Anderen.

Präsenz
Ungeteilte Aufmerksamkeit und Offenheit, hier und jetzt.

Wer präsent ist…
…hat eine einladende Wirkung – auch ohne Worte.
…ist zugänglicher für andere und knüpft leichter bedeutungsvolle Kontakte und Beziehungen.
…kann besser fokussieren und ist nicht so leicht ablenkbar.
…wirkt klar und bestimmt.

Resonanz
Die menschliche Sehnsucht berührt und bewegt zu werden und selbst andere zu erreichen und zu bewegen.

Wer resonanzfähig ist…
…lässt sich von Begegnungen, Orten, Sport, Musik, Natur inspirieren und schafft so die Grundlage für kreative Prozesse.
…erlebt sich als selbstwirksam, was dazu motiviert sich einzubringen und sein Leben zu gestalten.
…entdeckt Berührungspunkte zu anderen Menschen, Kollegen, Kunden und wird so anschlussfähig.

Bestimmt gibt es noch viele ganz andere Wirkungen, die durch den Zuhören-um-zu-verstehen-Modus entstehen. Lassen wir uns einfach überraschen.